Digitale Wege in der Suchthilfe NRW

Das DigiSucht-Projekt NRW

Um den im DigiSucht-Konzept sowie in den Mindestanforderungen formulierten Bedingungen möglichst zeitnah gerecht zu werden, werden im Zuge der Fortführung des DigiSucht Projektes die für eine digitale Suchtberatung notwendigen Funktionalitäten auf der eigenständigen, digitalen Suchtberatungsplattform bereitgestellt.

Verstetigungsprozess in NRW

Die Geschäftsstelle der Suchtkooperation NRW ist seit Dezember 2020 in der AG DigiSucht und an der OZG-Umsetzung in NRW beteiligt. Die suchthilferelevanten NRW-Gremien der Freien Wohlfahrtspflege und der Kommunalen Spitzenverbände werden z.B. auch durch den Beirat der Suchtkooperation NRW am Prozess beteiligt.

Die Geschäftsstelle der Suchtkooperation übernimmt als NRW-Landeskoordinierung Digitale Suchtberatung die Kommunikation des DigiSucht/OZG Vorhabens in NRW. Unterstützt wird sie vom Beirat der Suchtkooperation NRW, der im Verstetigungsprozess des DigiSucht-Projekts in NRW das Gremium darstellt, in dem landesspezifische Umsetzungsaspekte diskutiert und entschieden werden.

Alle Entwicklungen des Projekts werden transparent in den unterschiedlichen Gremien vorgestellt (AG Suchthilfe, BAGLS, DHS). So kann die Einbeziehung der Expertise der Suchthilfe auf Landes- und auch auf Bundesebene stets sichergestellt werden.

Start des Modellbetriebs

Mit dem offiziellen Start des Modellbetriebs am 17.10.22 wurde nun ein zentraler Meilenstein des DigiSucht Projektes erreicht. Die Beratungsplattform steht ab sofort unter https://www.suchtberatung.digital zur Verfügung. In den kommenden Wochen des Modellbetriebs wird die Plattform hinsichtlich der jetzt technisch implementierten Funktionen zunächst weitergehend stabilisiert, bevor bis zum Jahresende weitere vorgesehene Funktionen (bspw. die Umsetzung von Gruppenvideochats, weitere digitale Tools) ergänzt werden.

Neben der nun fortlaufenden Testung und Ergänzung der Beratungsplattform im Modellbetrieb werden im DigiSucht Projekt in den kommenden Monaten die Sicherstellung der nachhaltigen Finanzierung der Plattform in NRW, die Umsetzung bereits avisierter Weiterentwicklungen (Tools zur Beratung bei Mediennutzungsstörungen sowie zur Beratung von Eltern; Möglichkeiten zur Integration von Angeboten der Suchtselbsthilfe) sowie der Anschluss weiterer interessierter Beratungsstellen aus ganz Nordrhein-Westfalen an DigiSucht fokussiert.

So geht es weiter für die Suchtberatungsstellen in NRW

Seit dem 17.10.2022 hat die Suchtberatungsplattform www.suchtberatung.digital den Modellbetrieb aufgenommen. Dazu wurden die Beraterinnen und Berater der vier Modellberatungsstellen in NRW im Vorfeld geschult.

Bis September 2023 soll ein nachhaltiger Betrieb der Plattform sichergestellt werden. Dazu sollen langfristig tragende Organisationsstrukturen aufgebaut sowie eine nachhaltige Finanzierung sichergestellt werden.

Der Betrieb wird voraussichtlich ab 2023 nach und nach auf alle interessierten Beratungsstellen ausgeweitet und das Angebot wird an die Zielgruppen kommuniziert.

Die Einbindung weiterer NRW-Beratungsstellen soll im Laufe der Modellphase, ab Quartal 1/ 2023 ermöglicht werden. Hierzu ist die Umsetzung weiterer Schulungen und ggf. der Ausbildung von Multiplikator*innen in NRW notwendig.

Um eine sukzessive Einbindung der Suchtberatungsstellen in NRW gerecht und transparent zu vollziehen, wird aktuell in NRW ein Interessensbekundungsverfahren über die Homepage www.suchtkooperation.nrw durchgeführt. Hierdurch wird ein Überblick entstehen, wie groß das Interesse zur Teilnahme ist und wie diese Teilnahme für NRW gesteuert werden kann.

Im Nachgang dazu werden Umsetzungskriterien festgelegt, welche Beratungsstellen wie und wann auf der Beratungsplattform zugelassen werden. Diese werden transparent in die Trägerlandschaft kommuniziert. Die Teilnahmebereitschaft der interessierten Suchtberatungsstellen wird auf einer Warteliste dokumentiert.

Jede Beratungsstelle, die auf die Beratungsplattform einsteigt, wird mit der Landeskoordinierungsstelle NRW eine Kooperationsvereinbarung abschließen.

 

 

 

Zugangsvoraussetzung für die Beratungsplattform

Analog zu den Erläuterungen im DigiSucht Konzept können folgende Kriterien für die Auswahl von geeigneten Beratungsstellen herangezogen werden:

Technische Voraussetzungen

Allgemeines: Die Plattform ist als Web-Anwendung über eine URL in allen gängigen Browsern aufrufbar. Die Nutzung ist demnach nicht auf bestimmte Betriebssysteme oder Geräte eingeschränkt. Die Anwendung ist via Desktop-Gerät (PC, Laptop), Tablet oder Smartphone nutzbar. Für Berater*innen wird aufgrund der komplexeren Bedienoberfläche die Nutzung eines Desktop-Geräts empfohlen.

Software: Unterstütze Browser: Firefox, Safari, Chrome, Edge (Chromium Edge) und andere auf der Chromium Engine basierte Browser (z.B. Brave), in allen noch vom Hersteller unterstützen (nicht „end of live“) Versionen der letzten 4 Jahre. Veraltete Browser, wie z.B. der Internet Explorer 11, werden aus Sicherheitsgründen nicht unterstützt!

Hardware: Es kann pauschal davon ausgegangen werden, dass jedes Gerät (mobil oder Desktop) der letzten 5 Jahre eine ausreichende Rechenleistung hat. Bei PCs/Laptops sind in der Regel auch noch ältere Geräte ausreichend (wichtig ist auch auf diesen älteren Geräten ein aktueller Browser). Für Video-/Audiocalls werden Mikrofon und Kamera (angeschlossen / integriert) benötigt.

Notwendige Bandbreite (Internetanbindung): mindestens 5Mbit/s; 10Mbit/s für eine stabile Videoverbindung.

 

Personelle Ressourcen

Mind. zwei qualifizierte Suchtberaterinnen/-berater (u. a. für Vertretung bei Urlaub und Krankheit, fachlichen Austausch; s.u. zur Qualifikation der Beratenden); Vorhalten von Beratungskapazitäten für ein bedarfsgerechtes und zeitnahes Terminmanagement

Teilnahmebereitschaft hinsichtlich begleitender Maßnahmen (Schulung, Arbeitstreffen, Maßnahmen der Qualitätssicherung und wissenschaftlichen Begleitung etc.)

Um bereits im Zuge der Modellphase in den Ländern ein möglichst breites Spektrum an Klient*innen digital beraten zu können, ist die Abdeckung eines möglichst breiten Themenspektrums durch die Beratungsstellen anzustreben.

Darüber hinaus können für die Auswahl von Beratungsstellen die
folgenden Aspekte berücksichtigt werden:

  • Hohe Eigenmotivation zur Teilnahme
  • Finanzierungsmöglichkeiten für personelle Ressourcen
  • Lage/Verortung im Bundesland
  • Vorhandene Bedarfe (bspw. für neues/ergänzendes Angebot)
  • Einbeziehung verschiedener Verbände / Suchthilfeträger
  • Erfahrungen mit Onlineberatung

 

Qualifikation der Berater*innen

Folgende formale Kriterien werden in NRW für die Auswahl geeigneter Berater*innen für die digitale Suchtberatung herangezogen:

  • Abgeschlossenes (Fach-)Hochschulstudium (Bachelor oder Master) der Sozialen Arbeit, Pädagogik, Psychologie oder vergleichbarer Felder
  • Basisschulung „Mediengestützte Beratung“ (eine Üersicht möglicher Schulungsangebote finden Sie hier) oder vergleichbare Qualifikationen zur Onlineschulung absolviert
  • Berufserfahrung in der Suchtberatung von mindestens einem Jahr ist wünschenswert
  • Erfahrung in der Durchführung ambulanter Suchtberatung und im Umgang mit der Klientel ist wünschenswert
  • Bereitschaft zur Teilnahme an der Einführungsschulung sowie am Fallmonitoring und der kontinuierlichen Supervision
  • Regelmäßige Teilnahme am fachlichen Austausch (bspw. Netzwerktreffen).

Wo erhalte ich weitere Informationen über das DigiSucht-Projekt in NRW?

Die Ausgestaltung der trägerübergreifenden digitalen Beratungsplattform www.suchtberatung.digital für die kommunale Suchtberatung ist im DigiSucht Konzept ausführlich beschrieben. Zentrale Bestandteile des DigiSucht Konzeptes sind in einem Foliensatz zusammengefasst: DigiSucht_PPT

Anforderungen an die digitale Suchtberatungsplattform finden sich in den „Mindestanforderungen für die Umsetzung einer bundesweiten, trägerübergreifenden digitalen Suchtberatung

Falls Sie weitere Fragen haben, die bisher nicht beantwortet werden, schicken Sie uns gerne eine E-Mail an kontakt@suchtkooperation.nrw.

Die vier Modellberatungsstellen in NRW

Seit dem 17.10.2022 sind sie für Nordrhein-Westfalen als Suchtberatende auf www.suchtberatung.digital am Start. Die Modellstandorte werden die Beratungsfunktionen mit ihren Klientinnen und Klienten gemeinsam testen und ausprobieren. Damit sind sie maßgeblich an der Optimierung und Praxistauglichkeit der Beratungsplattform beteiligt.

Folgende Modellberatungsstellen sind für NRW dabei:

Drogenberatung e.V. Bielefeld (Paritätischer Wohlfahrtsverband)

Jugend- und Drogenberatungsstelle des Jugendhilfe Bottrop e.V.

Fachstelle Glücksspielsucht Neuss (CaritasSozialdienste Rhein-Kreis Neuss GmbH)

Suchtberatungsstelle Plettenberg (Diakonisches Werk)