In der Praxis bedeutet das: Überlegen Sie sich vorab genau, was Sie von der KI benötigen. Geben Sie der KI alle relevanten Informationen, zum Beispiel den Anlass, den Arbeitsbereich und die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe. Eine konkrete, strukturierte Anfrage, eventuell mit Beispielen oder zusätzlichen Hintergrundinformationen, erhöht die Qualität der Ausgabedaten durch die
KI deutlich. Bei unklaren Ergebnissen oder Missverständnissen empfiehlt es sich, den Prompt schrittweise zu verändern und anzupassen, bis die gewünschte Antwort erreicht ist. Dieser Prozess wird als „iteratives Prompting“ bezeichnet. Erfahrungen und Übung helfen dabei, die richtigen Formulierungen zu finden und das System effektiv zu steuern.
Die Grundlage für gute Prompts bei der Arbeit mit KI lässt sich mit dem ICE-Prinzip beschreiben: Das „I“ steht für Iteration. Das bedeutet, dass sich ein guter Prompt oft durch wiederholtes Ausprobieren und Anpassen entwickelt. Es gibt selten auf Anhieb den perfekten Prompt. Stattdessen lernt man Schritt für Schritt dazu und verbessert die Eingaben kontinuierlich. Das „C“ steht für „Clarification“ und „Context“, also Klarheit und Kontext. Damit die KI nützliche und genaue Antworten geben kann, ist es wichtig, ihr möglichst klare Anweisungen zu geben und den Kontext zu beschreiben, in dem die Antwort benötigt wird. Das „E“ steht für Erwartungshaltung. Wer mit KI arbeitet, sollte realistische Erwartungen haben. KI kann unterstützen und entlasten, ersetzt aber nicht das fachliche Know-how oder die Kreativität von Menschen. Wer diese drei Punkte beachtet, kann die Stärken von KI-Systemen in der Sozialen Arbeit gezielt nutzen (Der Paritätische Gesamtverband e.V. (2024)).
Die wichtigsten Tipps und Regeln für gutes Prompten
Formulieren Sie den Prompt möglichst genau, detailliert und klar. Je spezifischer die Anfrage, desto besser versteht die KI, was Sie möchten. Formulieren Sie Ihre Anfrage daher konkret, zum Beispiel: „Erkläre in 300 Worten die Auswirkungen des Klimawandels auf die Meere“ statt „Schreibe etwas über Umwelt“.
Liefern Sie ausreichend Hintergrundinformationen, um der KI die Situation, Zielgruppe oder Rolle zu erklären. Beispiele: „Schreibe einen Text für Einsteiger*innen über Blockchain“ oder „Du bist ein Marketingexperte und verfasst eine Werbeanzeige“.
Geben Sie eindeutige Anweisungen. Beschreibe klar Stil, Länge, Format oder Tonfall des Ergebnisses („in drei Absätzen“, „formell“, „fünf Stichpunkte“) und geben Sie bei Bedarf Beispiele vor, wie das Ergebnis aussehen soll.
Vermeide das Kombinieren mehrerer Fragestellungen in einem Prompt. So bleibt die KI fokussiert und liefert präzise Antworten.
Verwenden Sie eine unmissverständliche Sprache und vermeiden Sie Mehrdeutigkeiten, Wiederholungen, Fachjargon oder Dialekte, die die KI verwirren könnten. Nutzen Sie einfache und aktive Sätze.
Definieren Sie die gewünschte Textlänge, den Sprachstil und weitere Details, um maßgeschneiderte Ergebnisse zu erhalten.
Probieren Sie verschiedene Formulierungen aus. Wenn die Antwort nicht passt, bitten Sie die KI um eine andere Variante oder spezifizieren Sie Ihre Eingabe.
Bei komplexen Fragen können mehrstufige Prompts verwendet und umfangreiche Aufgaben in mehrere kleinen Schritte aufteilt werden, die nacheinander bearbeitet werden.
Ein freundlicher Ton ist hilfreich, da die KI auf mehrere Interaktionstypen trainiert wurde und höfliche und klare Formulierungen oft zu besseren Antworten führen.
Am Ende des Prompts sollten Sie die KI unbedingt fragen, ob alles verstanden wurde oder ob weitere Informationen benötigt werden. So lassen sich Probleme schnell klären und Verbesserungen erreichen.

Hier finden Sie einen Beispiel-Prompt,
der alle zuvor genannten Tipps und Regeln für gutes Prompten erfüllt. Die jeweilige Regel bzw. das jeweilige Kriterium ist direkt durch [Kriterium: …] gekennzeichnet.
„Du bist eine erfahrene Berater*in in der ambulanten Suchtberatung und schreibst eine kurze, verständliche Information [Kriterium: Präzision und Klarheit; Eindeutige Anweisungen] für Klient*innen, die sich das erste Mal an eine Beratungsstelle wenden [Kriterium: Kontext geben]. Bitte erläutere in freundlichem, einfühlsamem Ton [Kriterium: Parameter festlegen; Tonfall], welche Unterstützung angeboten wird, wie der Ablauf eines Erstgesprächs aussieht und welche Schweigepflicht gilt [Kriterium: Eine Aufgabe pro Prompt, aber klar umrissene Unterpunkte]. Die Zielgruppe sind Erwachsene ohne Vorwissen zum Thema Suchtberatung [Kriterium: Kontext geben]. Schreibe den Text verständlich, in kurzen Absätzen und nutze keine Fachbegriffe [Kriterium: Unmissverständliche Sprache / Klarheit]. Im Anschluss fasse die wichtigsten drei Punkte in einer nummerierten Liste zusammen [Kriterium: Format vorgeben]. Verwende etwa 300 Wörter [Kriterium: Parameter festlegen: Länge]. Falls du weitere Informationen benötigst, frage bitte gezielt nach [Kriterium: Nachfragen und Feedback einholen].“
Prompt Optimizer von OpenAI
Der Prompt Optimizer ist ein nützliches Werkzeug, mit dem Sie Ihre Eingaben („Prompts”) für KI-Modelle automatisch verbessern und verfeinern können. Wie wir jetzt wissen, ist ein Prompt die Aufgabe oder Frage, die wir der KI stellen, damit sie eine passende Antwort generiert. Die Qualität der Ergebnisse hängt dabei maßgeblich von der Klarheit und Struktur des Prompts ab. Um den OpenAI Prompt Optimizer nutzen zu können, ist eine Registrierung bei der OpenAI-Plattform erforderlich. Die Erstellung eines Kontos ist die Voraussetzung, um Zugang zur Nutzeroberfläche des Prompt Optimizers sowie zu weiteren Funktionen der OpenAI-API zu erhalten. In der Regel genügt ein kostenloser Account, um die Möglichkeiten des Prompt Optimizers zu nutzen.
Was genau macht der Prompt Optimizer?
Er analysiert Ihre ursprüngliche Eingabe, entdeckt mögliche Unklarheiten oder Fehler und schlägt eine optimierte Version vor. So erhalten Sie bessere, präzisere und relevantere Antworten. Dies erleichtert insbesondere den Einstieg für Nutzende.
Wo finden Sie den Prompt Optimizer?
Er ist direkt im OpenAI Playground verfügbar, dem offiziellen Entwicklungs- und Experimentierumfeld von OpenAI. Dort können Sie Ihre Prompts eingeben, die Optimierungsfunktion aktivieren und die Vorschläge prüfen oder direkt verwenden. Zusätzlich gibt es im OpenAI Cookbook ausführliche Anleitungen und Beispiele zur effektiven Nutzung.
Wie wenden Sie den Prompt Optimizer in der Praxis an?
• Schreiben Sie zunächst Ihren Roh-Prompt, also Ihre ursprüngliche Frage oder Aufgabe.
• Aktivieren Sie anschließend die Optimierung, damit die KI den Prompt überprüft und verbessert.
• Lesen Sie die vorgeschlagene, verbesserte Version und passen Sie sie bei Bedarf an Ihre Bedürfnisse an.
• Nutzen Sie den optimierten Prompt, um die bestmöglichen Antworten von der KI zu erhalten.
• Wiederholen Sie den Prozess bei Bedarf, um Ihre Eingaben iterativ zu perfektionieren (iteratives Prompting). Wofür ist der Prompt Optimizer besonders geeignet?
• Für alle, die präzisere, klarere oder kreativer formulierte KI-Antworten wünschen.
• Für komplexe Anfragen, bei denen eine strukturierte und eindeutige Formulierung entscheidend ist.
• Für Einsteiger*innen, die ihre Prompts verbessern möchten, ohne tiefes technisches Wissen zu besitzen. Der Einsatz des „Prompt Optimizers” unterstützt somit eine effizientere und zielgerichtetere Nutzung von KI-Systemen und trägt dazu bei, die Qualität und Nutzbarkeit der Ergebnisse zu steigern.