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Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende

Am 21. Juli wird bundesweit der Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende begangen. Der Tag macht auf die weiterhin hohe Zahl drogenbedingter Todesfälle sowie auf die Lebenslagen von Menschen mit Substanzgebrauchsstörungen aufmerksam.

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der drogenbedingten Todesfälle nach einem Höchststand von 872 Fällen im Jahr 2023 in den Folgejahren zurückgegangen: auf 769 Todesfälle im Jahr 2024 und zuletzt auf 709 Fälle laut Landeskriminalamt NRW. Dieser Rückgang ist ein wichtiges Signal, darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin ein erheblicher Handlungsbedarf besteht.

Der öffentliche Diskurs konzentriert sich derzeit stark auf offenen Drogenkonsum in städtischen Räumen. Insbesondere der zunehmende Crackkonsum in mehreren nordrhein-westfälischen Städten geht mit einer deutlichen Verschlechterung der gesundheitlichen und sozialen Situation vieler Betroffener einher. Sichtbare Verelendung, steigende gesundheitliche Risiken und eine erhöhte Mortalität sind Ausdruck komplexer Problemlagen, die differenzierte und koordinierte Antworten erfordern.

Viele langzeitabhängige Menschen sind von Wohnungsnot, chronischen Erkrankungen, psychischen Belastungen und Gewalterfahrungen betroffen. Gleichzeitig stoßen Maßnahmen der Suchthilfe – insbesondere niedrigschwellige, szenenahe Angebote – vor Ort häufig auf Vorbehalte. Auch die mediale Darstellung von Menschen mit Suchterkrankungen ist teilweise stark vereinfachend und kann zur Stigmatisierung beitragen.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie wichtig es ist, Suchthilfeangebote bedarfsgerecht weiterzuentwickeln, strukturell abzusichern und stärker mit kommunalen Strategien zu verzahnen. Eine sachliche, differenzierte öffentliche Kommunikation ist dabei ein wesentlicher Bestandteil.

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die kommunale Kooperation. Nachhaltige Lösungen entstehen dort, wo Suchthilfe, Gesundheitswesen, Ordnungsbehörden, Stadtplanung und weitere Akteurinnen und Akteure abgestimmt zusammenarbeiten.

Die Fachpraxis in Nordrhein-Westfalen verfügt über etablierte Strukturen und vielfältige Erfahrungen. Um die Zahl drogenbedingter Todesfälle weiter zu senken, sind jedoch verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich – insbesondere eine auskömmliche Finanzierung, sektorenübergreifende Zusammenarbeit und politische Unterstützung. Die Handreichung der Suchtkooperation NRW bietet hierfür eine praxisnahe Grundlage für die Weiterentwicklung kommunaler Ansätze.

Maßnahmen der Suchthilfe leisten nicht nur einen Beitrag zum Schutz von Leben und Gesundheit, sondern auch zur sozialen Stabilität und zu einem sachlichen, nicht-stigmatisierenden Umgang mit Suchterkrankungen in der Gesellschaft.

📄Die Handreichung steht online zur Verfügung oder kann als Print bestellt werden:
👉https://suchtkooperation.nrw/handreichung2025