In Berlin haben der akzept Bundesverband, die Deutsche Aidshilfe und das Selbsthilfenetzwerk JES den 12. Alternativen Drogen- und Suchtbericht 2025 vorgestellt. Der Bericht bündelt wissenschaftlich fundierte und praxiserprobte Antworten auf aktuelle Herausforderungen im Drogenbereich und versteht sich als Grundlage für eine dringend benötigte Neuausrichtung der deutschen Drogenpolitik.
Im Fokus stehen unter anderem steigende Drogentodesfälle, zunehmende HIV-Infektionen im Kontext des intravenösen Konsums, Verelendung durch Crack sowie die drohende Verbreitung synthetischer Opioide wie Fentanyl und Nitazene. Gleichzeitig bleibt der Konsum von Alkohol und Nikotin auf hohem Niveau.
Der Bericht fordert eine moderne, evidenzbasierte Drogenpolitik, die alle relevanten Akteur*innen aus Politik, Medizin, Praxis, Selbsthilfe und Wissenschaft einbezieht. Dazu gehören legale, kontrollierte Zugangswege zu Cannabis, um den Schwarzmarkt zurückzudrängen, sowie der flächendeckende Ausbau von Drogenkonsumräumen mit erweiterten Öffnungszeiten.
Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählen die breite Verfügbarkeit des Notfallmedikaments Naloxon, das perspektivisch ohne Rezept erhältlich sein soll, sowie die Förderung von Drug-Checking-Angeboten, etwa in Drogenkonsumräumen. Außerdem wird die Gleichstellung der Diamorphin-Substitution mit anderen Substitutionsbehandlungen sowie neue Kooperationsformen zwischen Suchthilfe und Psychiatrie gefordert.
Der 12. Alternative Drogen- und Suchtbericht 2025 steht online zum kostenlosen Download zur Verfügung.