Die Träger Vision e.V., Notel & Kosmidion und Aidshilfe Köln haben als Antwort auf die zunehmende und teils polarisierende Berichterstattung zur offenen Drogenszene in Köln eine gemeinsame Positionierung erarbeitet. Diese wurde zum International Overdose Awareness Day als Pressemitteilung veröffentlicht und steht auf den Homepages der beteiligten Träger zur Verfügung.
Die Positionierung nimmt kritisch Stellung zu repressive Maßnahmen und betont, dass Verdrängung und Stigmatisierung keine nachhaltigen Lösungen bieten. Stattdessen fordern die Träger eine pragmatische, gesundheitsorientierte und menschenwürdige Drogenpolitik mit klaren Bedarfen und Forderungen.
Kernforderungen sind die Schaffung geschützter Aufenthalts- und Begegnungsorte mit niedrigschwelligen Angeboten, der Ausbau von Drogenkonsumräumen sowie mobiler medizinischer Versorgung auch für Menschen ohne Krankenversicherung. Zudem wird eine patient*innenorientierte Substitution gewünscht, die ohne Bestrafung und Bevormundung auskommt und einen leichteren Zugang zur Diamorphinbehandlung ermöglicht.
Die Entkriminalisierung von Besitz geringer Mengen und die Einleitung von Modellversuchen für regulierten Kleinhandel stehen ebenso im Fokus wie die verbindliche Umsetzung von Housing First und der Ausbau diskriminierungssensibler Notunterkünfte. Besonders vulnerable Gruppen, darunter FLINTA*-Personen, sollen besser geschützt werden.
Als bewährtes Beispiel verweist das Papier auf das Züricher Vier-Säulen-Modell, das Prävention, Therapie, Schadensminderung und gezielte Repression kombiniert. Die Erfolge dort zeigen, dass eine konsequent ausgestattete, akzeptierende Drogenpolitik Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität für alle verbessert.
Die Träger planen, die Positionierung künftig als Reaktion auf mediale Berichterstattung aktiv zu nutzen, um eine sachliche und menschenwürdige Debatte zu fördern.
Für Rückfragen stehen die Unterzeichner*innen der Positionierung kompetent zur Verfügung.